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Erstellt am: 11.12.2015
Kategorie: News: Skispringen

Vorspringer - Die heimlichen Stars des Weltcups


Ehe die Skisprungstars wie AVIA Skispringer Marinus Kraus, Severin Freund oder Noriaki Kasai in den Wettkampf gehen, sorgen sie für Sicherheit: Die Rede ist von den Vorspringern, auf denen bei jeder Veranstaltung eine enorme Verantwortung lastet. Michael Schmidt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Sportler in der „zweiten Reihe“ als Trainer auf ihre besondere Aufgabe vorzubereiten.

Klingenthal, der 20. November: Wegen warmer Temperaturen und Regen hing der Auftakt des FIS Weltcup am seidenen Faden. Über Nacht mussten große Schneemengen nach Sachsen gebracht werden, um die Veranstaltung zu retten. Die Anlage war dank der zahlreichen Helfer zwar nun von einer weißen Decke überzogen, die Bedingungen für die Sportler waren aber noch immer alles andere als optimal. Und genau hier kommen die Vorspringer zum Einsatz.

„Auch wenn die Schanze und der Auslauf auf den ersten Blick gut aussehen, hat das noch nichts zu bedeuten“, erklärt Schmidt. Der 48-Jährige ist bis 1996 selbst gesprungen und kennt sich daher bestens aus. „Unser Ziel ist es, mit Probesprüngen mögliche Gefahren auszuschließen. Viele Faktoren können den Profis im Wettkampf schaden – wie zum Beispiel Unebenheiten im Aufsprungbereich oder zu starker Seitenwind. Werden Risiken festgestellt, so geben die Vorspringer sofort das Feedback weiter. Anschließend wird beispielsweise der Schnee festgetreten“, beschreibt Schmidt die Aufgabe seiner Jungs. Erst wenn wirklich alles passt, wird der Wettkampf durch den technischen Delegierten und den Rennleiter freigegeben.

Doch wer sind diese Sportler, die als Vorspringer den Stars aus dem Weltcup den Weg ebnen? „Das ist völlig unterschiedlich“, sagt der Trainer. Neben Verletzten, die schlicht und einfach trainieren wollen, schlüpfen immer wieder bekannte Namen in die Rolle des Vorspringers. Zu den prominentesten Vorspringern der letzten Jahre gehört Anders Jakobsen, der frühere Gewinner der Vierschanzentournee.

Und dann sind da noch die Lokalmatadore: Oliver Böhme zum Beispiel. Der 38-Jährige aus dem Erzgebirge zählte in Klingenthal ebenfalls mit zum Kader der Vorspringer. „Ich bin kein richtiger Profi, dafür aber mit Herzblut dabei. Beim Heimspiel mitspringen zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes für solche Jungs wie mich“, erzählt Böhme. Der Sachse ist – genau wie seine Kollegen – dem DSV untergestellt.

Die Teilnahme hat für die Springer in erster Linie symbolischen Wert. Für den Einsatz bei einer regulären Veranstaltung erhalten die Vorspringer eine kleine Aufwandsentschädigung, für Material wie Ski und Anzug kommen die Sportler selbst auf. Die Entscheidung, wer bei welchen Springen zum Einsatz kommt, trägt der Trainer. „Weil oft mehrere Veranstaltungen auf ein und dasselbe Datum fallen, spielt Organisation eine besondere Rolle. Aus unserem Pool von 65 Sportlern sind bis zu 35 gleichzeitig unterwegs“, erklärt Schmidt. „Für die Springer aus dem Pool stehen jedes Jahr Lehrgänge und Trainings an den Stützpunkten der Vereine auf dem Programm.“

Obwohl bei den Vorspringern sportliche Erfolge nicht im Vordergrund stehen, schlummert in ihnen dennoch der Wettkampfgedanke. Michael Schmidt bezeichnet seine Springer daher nicht ohne Grund als die „heimlichen Stars“ des FIS Weltcup. Eine kurze Erwähnung bei der Liveübertragung der ARD oder Eurosport und ein „Danke“ von den Profis fühlt sich für ihn und seine Mannschaft wie ein Weltcup-Sieg an.

Vorspringer Oliver Böhme beim FIS Skisprung Weltcup in Klingenthal

Vorspringer Oliver Böhme

Trainer der Vorspringer Michael Schmidt

Trainer Michael Schmidt


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